75 Jahre DGPh
DGPh Photography Awards 2026
75 Jahre DGPh
DGPh Photography Awards 2026
24. Oktober 2026, 14:30 Uhr
Am 24. Oktober 2026 feiert die DGPh die Kultur der Fotografie mit der Verleihung von vier
ihrer renommierten Auszeichnungen im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK).
Vergeben wird der Kulturpreis an den Fotografen, Künstler und Hochschulprofessor Timm Rautert, der Dr. Erich Salomon-Preis an die französisch-amerikanische Fotografin Jane Evelyn
Atwood, die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography an die
Kuratorin Sarah Greenough und die National Gallery of Art und der Otto-Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie an den Fotografen Samuel Solazzo.
Mit den DGPh Photography Awards unterstreicht die 1951 gegründete DGPh die
gesellschaftliche und kulturelle Relevanz der Fotografie und verwandter Medien. Die DGPh
engagiert sich auf den vielfältigen Anwendungsgebieten des Fotografischen in Kunst,
Wissenschaft, Bildung, Publizistik, Wirtschaft und Politik.
Kulturpreis der DGPh an den Fotografen, Künstler und Hochschulprofessor Timm Rautert
Mit dem Kulturpreis, ihrer höchsten Auszeichnung, würdigt die DGPh das Lebenswerk von
Timm Rautert, das dokumentarische Genauigkeit mit konzeptueller Tiefe verbindet. Rautert
hat die deutsche Fotografie über Jahrzehnte entscheidend geprägt – mit seinem
fotografischen Werk, durch seine journalistische Arbeit und durch seine Lehrtätigkeit als
Professor für Fotografie.
Timm Rautert, geboren 1941, studierte von 1966 bis 1971 bei Otto Steinert – dem Begründer
der "Subjektiven Fotografie" – an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. Seine Laufbahn
hat ihn im Anschluss durch nahezu alle Bereiche der Fotografie geführt. Bereits während des
Studiums begann Rautert mit Experimenten zu den Bedingungen des Mediums Fotografie,
deren Ergebnisse unter dem Begriff Bildanalytische Photographie (1968–1974)
zusammengefasst wurden. Reisen nach New York (1969) und Japan (1970) leiteten eine
intensive Auseinandersetzung mit der dokumentarisch-journalistischen Fotografie ein.
Überzeugt von der Idee, mit der Fotografie die Welt verbessern zu können, nahm er sich im
Auftrag großer Magazine und Zeitungen sozialer Themen an – vor allem für das ZEITmagazin,
für das er zwischen 1974 und 1983 eng mit dem Journalisten Michael Holzach
zusammenarbeitete, sowie für Geo und Merian. Die Fotografie wurde für Rautert zum
Instrument der Gesellschaftsanalyse, was seine fotografischen Arbeiten etwa über Contergan-
Betroffene (1969) oder Obdachlosenasyle (1975) eindrucksvoll belegen.
Neben diesen gesellschaftskritischen Reportagen setzte Rautert die Arbeit an langfristig
angelegten Projekten fort, die die Strukturen moderner Arbeitswelten, kulturelle Identität und
gesellschaftliche Rollenbilder thematisieren. So entstehen u.a. die Serien Deutsche in Uniform
(1974), The Amish (1974), Gehäuse des Unsichtbaren (bis 1992) oder Eigenes Leben (1992–1994).
Dr.-Erich-Salomon-Preis 2026 an die Fotografin Jane Evelyn Atwood
Mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis 2026 ehrt die DGPh die französisch-amerikanische
Fotografin Jane Evelyn Atwood. Sie hat die Möglichkeiten des dokumentarischen Bildes
konsequent erweitert; ihr Werk richtet den Blick seit Jahrzehnten auf Menschen am Rand der
Gesellschaft und steht exemplarisch für eine engagierte, ethisch reflektierte Fotografie.
Geboren 1947 in New York, lebt Atwood seit 1971 in Paris. Ihre fotografische Karriere
begann sie Mitte der 1970er-Jahre als Autodidaktin. Geboren 1947 in New York, lebt Atwood
seit 1971 in Paris. Ihre fotografische Laufbahn begann sie Mitte der 1970er-Jahre als
Autodidaktin: 1976 entstand mit ihrer ersten Kamera eine Serie über Sexarbeiterinnen in der
Rue des Lombards in Paris. Es folgten Arbeiten über transidente Menschen, blinde Kinder,
Menschen mit HIV und Aids sowie über Inhaftierte. Atwood steht für eine Fotografie der
Nähe, des Respekts und der Empathie. Ihre Arbeiten entstehen über lange Zeiträume hinweg
und zeichnen sich durch ein tiefes Vertrauen zwischen Fotografin und Porträtierten aus; dank
intensiver Recherche und einer sensiblen Vorgehensweise dringt sie in Lebenswelten vor, die
sonst unsichtbar bleiben.
DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography 2026 an die Kuratorin
Sarah Greenough und die National Gallery of Art, Washington D. C.
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) verleiht die DGPh Manfred Heiting
Medal of Curatorial Excellence in Photography 2026 an die amerikanische Kuratorin Sarah
Greenough und die National Gallery of Art. Die Auszeichnung würdigt eine Persönlichkeit und
eine Institution von internationalem Rang, die gemeinsam eine bedeutende Sammlung
geschaffen und diese durch Forschung, Ausstellungen und Publikationen einem breiten
Publikum zugänglich gemacht haben.
Die Auszeichnung geht an das Museum, das – mit der Gründung einer eigenen Abteilung für
Fotografie 1990 unter Sarah Greenough – die Fotografie als gleichberechtigte
Sammlungssparte neben Malerei, Skulptur, Druckgrafik und Zeichnungen etabliert hat und an
Sarah Greenough, die durch Engagement und ihre herausragenden kuratorischen Leistungen,
die Fotografie als eigenständige Sammlungs- und Ausstellungssparte nicht nur mit aufbaute,
sondern maßgeblich prägte.
DGPh-Förderpreis für Fotografie an Samuel Solazzo
Der "Otto Steinert-Preis. DGPh Förderpreis für Fotografie" bietet
förderungswürdigen Projektideen eine Bühne. Auf den Photography Awards in Köln
wird der diesjährige Preisträger Samuel Solazzo vorgestellt.
Samuel Solazzo überzeugte mit seinem Projektexposé A Collection of Valuable
Copies, dessen weitreichende inhaltliche und formalästhetische Relevanz nicht nur
auf theoretischer Ebene als eigenständige Position wahrgenommen wurde. Die
konzeptionelle Stärke des Projekts liegt in seiner Kombination aus wissenschaftlicher
Archivarbeit und künstlerisch-fotografischer Darstellung materieller Kultur anhand
der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig. Für sein
Projekt A Collection of Valuable Copies erhält der in Leipzig lebende Fotograf, ein
Stipendium in Höhe von 5.000,00 €.
Weitere Informationen zu den Auszeichnungen
Mit dem Kulturpreis zeichnet die DGPh seit 1959 lebende Persönlichkeiten für bedeutende
Leistungen im Bereich der Fotografie aus. Der Preis besteht aus einer Urkunde sowie einer
von Prof. Ewald Mataré (1887–1965) gestalteten, goldgefassten optischen Linse und wird als
höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Photographie jährlich vergeben. Träger
des Kulturpreises sind unter anderem Ann und Jürgen Wilde (2025), Gerhard Steidl (2024),
Ute Mahler und Werner Mahler (2023), Hans-Michael Koetzle, Ute Eskildsen, Helga Paris,
Sarah Moon, Gottfried Jäger, Klaus Honnef, Stephen Shore, Wolfgang Tillmans, Wim
Wenders, F. C. Gundlach, Daido Moriyama, Irving Penn, William Klein, Bernd und Hilla
Becher, Henri Cartier-Bresson und Man Ray.
WhiteWall ist Partner der Deutschen Gesellschaft für Photographie e. V. und
unterstützt den Kulturpreis 2026 als Sponsor. Der international tätige Anbieter
fotografischer Hochwertproduktion mit Sitz in Frechen ist zugleich exklusiver Printing
Partner des Kulturpreises.
Die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography wurde von dem
international renommierten Fotoexperten Manfred Heiting (DGPh) initiiert und wird von ihm
gefördert. Sie wurde 2025 erstmals vergeben – an die niederländische Kuratorin Mattie Boom
und das Rijksmuseum. Die Auszeichnung würdigt eine Institution sowie die außerordentlichen
Leistungen einer Persönlichkeit von internationalem Rang, die dort eine qualitativ
hochwertige Sammlung aufgebaut und sie durch zusätzliche Forschung, Ausstellungen und
Publikationen einem interessierten Publikum zugänglich gemacht hat.
Der Dr. Erich Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie wird seit 1971 für
eine „vorbildliche Anwendung der Fotografie in der Publizistik" verliehen. Er dient zugleich
dem Andenken an den großen Fotografen der Weimarer Republik, Dr. Erich Salomon, dem
der moderne Bildjournalismus starke Impulse verdankt. Der Preis besteht aus einer Urkunde
sowie einer Leica-Kamera und wird jährlich vergeben. Unter den Ausgezeichneten befinden
sich Printmedien, Organisationen und Fernsehschaffende sowie – seit 1985 –
Persönlichkeiten, die sich um die Fotografie in der Publizistik verdient gemacht oder im
Bildjournalismus Herausragendes geleistet haben, darunter der STERN (1971), Robert Frank
(1985), Barbara Klemm (1989), Mary Ellen Mark (1994), Reporters sans Frontières (2002),
Martin Parr (2006), Letizia Battaglia (2007), Paolo Pellegrin (2013), Josef Koudelka (2015),
Stephanie Sinclair (2019), Chris Killip (2020), Hans-Jürgen Burkard (2021), Susan Meiselas
(2022), Rafał Milach (2023), Andrea Diefenbach (2024) und Kathy Ryan (2025).Partner der DGPh bei diesem Preis ist die Leica Camera AG, die die Auszeichnung mit der
Überreichung einer Leica Kamera an die Preisträgerin unterstützt.
Der Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie wird von der Sektion Bild der DGPh
vergeben und fördert herausragende Positionen des professionellen fotografischen
Nachwuchses. Alle zwei Jahre ausgeschrieben, richtet er sich an noch zu realisierende
fotografische Projekte; die Vergabe ist an keine stilistische Ausrichtung oder Thematik
gebunden. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert: einem Stipendium in Höhe von
5.000 Euro und zwei Anerkennungen in Höhe von je 500 Euro. Erstmals 1979 verliehen,
wurde er 2026 zum 23. Mal ausgeschrieben. Namensgeber ist Otto Steinert (1915–1978),
Mediziner, Fotograf und Professor für Fotografie, der als einer der einflussreichsten Lehrer
und Vermittler von Fotografie in Deutschland gilt. 1947 eröffnete Steinert in Saarbrücken
sein erstes Atelier für künstlerische Fotografie, ein Jahr später übernahm er dort die Leitung
der Fotoklasse an der Staatlichen Saarländischen Schule für Kunst und Handwerk, deren
Direktor er 1952 wurde. 1959 nahm er eine Lehrtätigkeit an der Folkwang Schule für
Gestaltung in Essen auf, nachdem er bereits 1954 in Saarbrücken zum Professor ernannt
worden war.
75 Jahre DGPh – die Gesellschaft feiert die Fotografie
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie feiert 2026 ihr 75-jähriges Bestehen – ein
Jubiläum, das eng mit der Geschichte der photokina verknüpft ist: Ihre Entstehung geht
maßgeblich auf L. Fritz Gruber zurück, der als Kurator der ersten photokina 1950 in Köln der
Messe von Beginn an eine kulturelle Dimension gab und sie mit der "Welt-Ausstellung der
Photographie" zu einem internationalen Treffpunkt machte. In einer Zeit kultureller Isolation
wurde Köln so zum Zentrum des fotografischen Austauschs; aus dieser Verbindung von
Industrie, Ausstellungspraxis sowie künstlerischem und wissenschaftlichem Anspruch
entstand 1951 die DGPh.
Bereits in der Gründungsversammlung am 15. Mai 1951 im Kölner Rathaus wurden unter
anderem August Sander, Ernst Leitz, Herbert List, Otto Steinert und Liselotte Strelow zu
ordentlichen Mitgliedern berufen; Edward Steichen, damals Leiter der Fotoabteilung des
Museum of Modern Art in New York, wurde korrespondierendes Mitglied. Das verlieh der
jungen Gesellschaft von Anfang an internationales Gewicht. Bis heute versteht sich die DGPh
als offenes Forum für alle, die Fotografie als Kunstform, Kulturgut und gesellschaftliches
Medium begreifen.
Über die DGPh
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) ist ein eingetragener Verein mit rund
1.200 Mitgliedern in ganz Deutschland und Sitz in Köln. Die DGPh setzt sich für die
Förderung der Fotografie als Kulturgut und damit für die Stärkung ihrer gesellschaftlichen und
kulturellen Bedeutung ein. Ihre Aktivitäten richten sich auf die Vermittlung fotografischer
Themen an Fachöffentlichkeit und Gesellschaft sowie auf die Reflexion aktueller
Entwicklungen wie Digitalisierung, KI und neue Bildmedien. Sie umfassen die vielfältigen
Anwendungsgebiete des Fotografischen in Kunst, Wissenschaft, Bildung, Publizistik, Wirtschaft und Politik. Als zentrale Instanz für die Vermittlung wegweisender fotografischer
Leistungen vergibt die DGPh jährlich mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter den
Kulturpreis, den Dr.-Erich-Salomon-Preis, die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial
Excellence in Photography und den Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie.