Fotografische Entwürfe
Maximilian Meisse
"Fotografische Entwürfe"
Ausstellung: 2. bis 29. März 2018
Vernissage: Donnerstag, 1. März, 19 Uhr
Maximilian Meisses Fotografien durchleuchten die Wirklichkeit und irritieren durch ihre
überwache Präzision. Nichts scheint dem Zufall überlassen, Menschen sind kaum zu
entdecken, Perspektive, Beleuchtung, Ausschnitt offenbar ausgiebig erkundet, scharf
kalkuliert und exakt vermessen. So strahlen die Fotos die große Ruhe und Abgeklärtheit
statischer Bilder aus. Dadurch folgen sie dem Gesetz der Paradoxie. Sie rücken ihren
Gegenstand so nah, dass er dem alten Wort zufolge fremd zurückblickt. Das bewirkt, dass
die Bilder den Weltenlauf der Dinge noch einmal anhalten zu wollen scheinen, vielleicht
um genauer überlegen zu können, wie er sich fügte. War alles so gemeint, wie es sich
zeigt?
Meisse nennt diesen Effekt seiner Fotos absichtsvoll Fotografischen Entwurf. Und hier macht sich der ausgebildete Architekt bemerkbar. Durch diese Formel nämlich schließt er zur struktur-rationalistischen Tradition des Schweizer Architekten Luigi Snozzi auf, demzufolge Architektur nicht neu zu erfinden, sondern vor allem wieder zu finden sei. Ähnlich befindet Maximilian Meisse, dass seine Fotos die Wirklichkeit nicht wiedergeben, sondern fotografisch erneut entwerfen. Allenthalben trägt er somit bei zu einer der vornehmsten Traditionen und Aufgaben der Fotografie, die mit Moholy-Nagy gesprochen darin besteht, die Wirklichkeit "mehr sehen" zu lernen. (Gerwin Zohlen, Februar 2018)
Maximilian Meisse studierte Architektur in Zürich und Stuttgart, wo er 1996 diplomierte.
Seit 2004 widmet er sich der Architekturfotografie.
Im Ernst Wasmuth Verlag hat er die Bildbände Tempelhof (2008), Museumsinsel Berlin (2011), Venetian Settings (2012), Ready Places Berlin (2014) und Berlinkontinuum (2016) veröffentlicht. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Galerien ausgestellt. Meisse lebt und arbeitet in Berlin.