Obsolescence Programmée
Laurenz Theinert
"Obsolescence Programmée"
Ausstellung: 18. bis 26. Juli 2026
Eröffnung: Samstag 18. Juli, 18 Uhr
Die Stuttgarter Galerie Schacher – Raum für Kunst, die immer wieder fotografische Positionen
zeigt, hat zum Fotosommer Stuttgart 2026 etwas ganz Besonderes vor.
Die Ausstellung "Obsolescence Programmée" von Laurenz Theinert ist gleichzeitig eine Aktion – und Versuchsanordnung. Die mit "Vom Verschwinden des Bildes und Schwinden des Wertes" untertitelte
Präsentation fragt nach dem Wert der Kunst im Zeitalter des Überflusses. Die 'Sprintausstellung'
läuft nur neun Tage.
Täglich wird der Preis jeder Fotoarbeit um 10 Prozent reduziert. Der Wert der Werke wird so
zu einem sichtbaren Prozess: Er pendelt sich dort ein, wo jemand bereit ist, zuzugreifen.
Dieses marktwirtschaftliche Experiment ist eng mit Theinerts künstlerischer Praxis verbunden, denn
seine Fotos hinterfragen die Idee der Abbildung und zeigen, dass jedes Bild bereits eine Form von
Abstraktion ist. Linien, Flächen, Überlagerungen, minimale Verschiebungen verweisen statt auf eine
allgemeingültige Wahrheit auf die Bedingungen der Fotografie: Zeit, Wahrnehmung und Materialität.
Der mit seinem "Visual Piano" international bekannt gewordene Lichtkünstler versteht auch seine Fotografien als 'Malen mit Licht'. Laurenz Theinert macht sichtbar, was dem Auge oft verborgen bleibt: feine Farbverschiebungen, scheinbar neutrale Flächen, die aber voller Nuancen sind. Seine Werke fokussieren kein bestimmtes Motiv, sie erzählen keine Geschichten und bilden keine Realität ab.
Es sind Bildwelten aus Licht, Farbe und Rhythmus, die eine eigentümliche Aura verströmen.
Während die nonstop durch das Galerie-Schaufenster einsehbare und täglich zwischen 14 und 19 Uhr besuchbare Präsentation von Tag zu Tag kommerziell gesehen attraktiver wird, wird sie gleichzeitig visuell betrachtet unattraktiver. Aus der reizvollen "Petersburger Hängung" werden die Highlights nach und nach verschwinden. Die fortlaufend entstehenden Lücken bezeugen die vermeintlich wertigsten Werke und erzeugen ein allgemeines Gefühl, etwas verpasst zu haben.
Galerist Marko Schacher wird den täglichen Countdown bei '9' (Samstag, 18. Juli, 18 Uhr) mit einer
Einführung einläuten und bei '0'(Sonntag, 26. Juli, 18 Uhr) mit einer Finissagen-Rede beenden.
Die Zukunft der unverkauften Exponate erfahren diejenigen, die am Schluss dabei sind.