True Fictions. Inszenierte Fotokunst der 90er Jahre

Exhibition: 18 Jul 2003 – 14 Sep 2003

True Fictions. Inszenierte Fotokunst der 90er Jahre
Teun Hocks

Verlangte eine lange Zeit dominierende Foto-Ästhetik, einen Realitätsausschnitt zu „finden“, ohne das entstehende Bild zu bearbeiten oder gar zu verändern, so etablierte sich seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eine neue Bildauffassung: Die Fotografie „er-findet“ nun ihre Motive und bedient sich aller Möglichkeiten, Negativ und Abzug weiter zu bearbeiten. Die spektakulärste Variante „postmoderner“ Fotokunst ist fraglos das „inszenierte“ Bild. Teilte man Filme schon seit je in „dokumentarische“ und „fiktionale“ ein, so genoß die Fotografie, trotz der schon lange angewandten Möglichkeiten der Manipulation, weiterhin den Ruf, Wirklichkeit wiederzugeben. Dies änderte sich in den vergangenen drei Jahrzehnten. Hintergrund dafür war zum einen eine stetig wachsende Skepsis gegenüber den dokumentarischen Fähigkeiten der Fotografie, zum anderen der Einsatz gerade jener technischen Mittel, die dieses Mißtrauen begründeten, die nämlich den Fotografen in zuvor ungeahnter Weise in die Lage versetzten, das Bild zu manipulieren und damit gleichsam Wirklichkeit herzustellen.
Die Ausstellung umfaßt zum Teil sehr großformatige Fotografien international führender Fotokünstler wie Cindy Sherman, Wolfgang Flatz, Tracey Moffatt, Jeff Wall oder David Byrne, daneben zu ungefähr 70 % die Arbeiten junger Künstler, die das Medium um neue Themen und Techniken bereicherten.

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