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Butoh-Tanz

Exhibition: 24 Jan 2009 – 15 Mar 2009

Butoh-Tanz
Alexandra Paszkowska 1982, Dokumentation der Butoh-Tanz-Performance von Sankai Juku

Die Wasserburger Fotogalerie zeigt vom 24. Januar 2009 bis 15. März 2009 die eindrucksvollen Fotostudien zum Butoh-Tanz von Alexandra Paszkowska. Die Münchner Fotografin hatte selbst zunächst Schauspielerei studiert, bevor sie sich ganz der Fotografie zuwandte. Auf professionelle und einfühlsame Weise dokumentiert sie die Mitglieder der Sankai Juku Gruppe bei ihren Auftritten von Neuschwanstein über Schottland bis New York. Ushio Amagatsu leitet die von ihm 1975 gegründete, inzwischen weltberühmte Tanzgruppe.

Ursprünglich wurde der rituelle Tanz in Japan zum Erntefest getanzt: Eine archaische Körperdarstellung des unendlichen Kreislaufs von Licht und Dunkel, Geburt, Leben und Tod. "Bu" bedeutet tanzen, und "Toh" auf den Boden stampfen. In der Trance-ähnlichen Hingabe an den Tanz scheint der Tanzende selbst die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod zu verkörpern. Im Laufe der Zeit wurde Butoh von seinen Tänzern zu einer eigenen Kunstform entwickelt. Dieser spirituelle Tanz um Identitätssuche, Ursprung und Untergang bildete auch ein zentrales Ritual im preisgekrönten Spielfilm "Kirschblüten-Hanami" von Doris Dörrie, der 2007 entstand.

Ebenso wie Dörries Filmwerk vermitteln Paszkowskas farbige und schwarz-weiße Fotografien eine faszinierende Verbindung des meditativen, Jahrhunderte alten Ritus mit der europäischen Kultur. Der Name Sankai Juku bedeutet "Schule von Berg und Meer". So wirken die aus ihrer Zeit und ihrem Theaterraum gelösten Tänzer in Neuschwanstein, Edinburgh oder New York wie in sich ruhende, archaische Götterboten in dieser hektischen globalen Welt.