Monotheism
Man ist überrascht, betrachtet man die neuesten Arbeiten des 1961 geborenen britischen Fotografen Alastair Thain, kennt man ihn doch in erster Linie über seine ausdrucksstarken Porträts, als Begleiter von Performances von Bruce McLean oder durch seine Landschaftsaufnahmen. Bei seiner neuesten Reihe "Monotheism" erweitert er seinen Landschaftsbegriff um eine kosmische Komponente: Mittels einer speziell konstruierten Kamera fotografiert Thain die Sonne und ihren Lauf und wählt so ein Motiv von universell kulturgeschichtlicher Bedeutung. Die Sonne als Sinnbild göttlicher Kraft, als Lebensspenderin, als Gegenstand kultischer Rituale wird von ihm über den Titel "Monotheism" mit der ägyptischen Kultur verbunden. Thains Sonnenbilder sind geprägt von Archaik und Überzeitlichkeit, ein Blick des Menschen zum Himmel, der sich über Jahrhunderte nicht verändert hat. Ergänzt werden diese Bilder durch Aufnahmen von Urwäldern, wilden ursprünglichen Landschaften, die an die Sehnsucht nach einer vormodernen Unschuld gemahnen.
