Fotografien mit der Camera Obscura
Die Aufnahmen von Jens Titus Freitag (*1963) entstehen in einem LKW-Laderaum. In seiner mobilen Dunkelkammer fangen riesige Papier-Negative die per Parkposition vorgewählten Bild-Ausschnitte ein. Fasziniert von allem, was ausgedient hat und zum baldigen Verschwinden bestimmt ist, sammelt der Fotokünstler aus dem Saarland mit dieser Spezialtechnik letzte Eindrücke von Bauwerken und Gegenständen. Was sich auf den großformatigen Unikaten abbildet, ist von einer besonderen, ja fast gespenstischen Präsenz. Wie Röntgenaufnahmen scheinen diese Bilder etwas mit normalem Auge nicht sichtbares, nämlich den ureigenen Geist der Bildgegenstände bannen zu können. Manchen seiner düsteren Belichtungen haftet dabei eine regelrechte Endzeit ähnliche Stimmung an. Das ist dem Künstler nicht unrecht, gibt er doch mit der Wahl seiner Motive im Gegensatz zu den Dokumentaristen ein bewusst subjektives Statement ab.



