Photographs
Andy Warhol – Photographs
Ausstellung: 16. Mai – 16. August 2013
Eröffnung: 16. Mai, 18 Uhr
Einführung: Prof. Klaus Honnef
Kurator: Thomas Zander
Die gallery focus21 präsentiert in ihrer neuen Ausstellung eine Auswahl von Fotografien (unikate Silbergelatineabzüge) aus den 1976-87er Jahre Jahren des amerikanischen PopArt-Künstlers Andy Warhol. 26 Jahre nach seinem Tod ist Andy Warhol (1928 Pittsburgh - 1987 New York) bekannter denn je, umso überraschender wirkt das breite Œuvre seiner weitgehend unbekannten Fotografien. Tatsächlich nimmt die Fotografie im Werk des Künstlers eine herausragende Position ein, denn all seinen emblematischen Gemälden liegen fotografische Vorlagen zugrunde. Dieses Medium spielte in Andy Warhols Leben immer eine entscheidende Rolle. In seinen Tagebüchern befindet sich der bemerkenswerte Satz: „Ich sagte ihnen, dass ich nicht an die Kunst glaube, sondern dass ich an die Fotografie glaube“.
Besonders in den 1970er und 1980er Jahren entstand ein bedeutender Fundus an Fotografien, die mit einer Vielfalt von kompakten Automatik- und Sofortbildkameras aufgenommen wurden. In ihrer einfachen Handhabung und ihrer Mobilität boten sie die Möglichkeit, zu jeder Zeit und an jedem Ort ein Motiv spontan und unbeobachtet aufzunehmen. Die entstandenen Fotografien zeigen das allgemeine Zeitgeschehen genauso wie persönliche Obsessionen des Künstlers und dokumentieren die USA als ein faszinierendes Land voller Widersprüche.
Im Medium der Fotografie spiegelt sich Warhols radikale Ästhetik deutlicher wieder als in seinen bekannten Werken. Etwa in der strategischen Verwendung von s/w-Filmen und in den Verweisen auf allseits präsente Bilder der Massenmedien.
Motivisch knüpfen die Fotografien an die demokratische Gleichwertigkeit der Malerei an und dokumentieren einerseits Warhols ausgeprägte Aufmerksamkeit für das aktuelle Zeitgeschehen und andererseits den Versuch, die Grenzen zwischen Kunst und Kommerzialität aufzuheben. Zu sehen sind immer wiederkehrende Motive wie Zeitungen in Verkaufsboxen, Schaufenster mit gefüllten Auslagen, Kurioses, Klischeehaftes, aber auch die
Realität sozialer Unterschiede und Armut. Jene Szenen des Alltags repräsentieren den „American Way of Life“, der in Warhols Fotografien zu einer eigenständigen Ikonografie und einem beredten Abbild Amerikas kulminiert.