Heimat? Osteuropa in der zeitgenössischen Fotografie

Exhibition: 6 Jun 2014 – 7 Sep 2014
Opening: 5 Jun 2014, 19

Heimat? Osteuropa in der zeitgenössischen Fotografie
Andrej Krementschouk, »Verkäuferin von Trauerkränzen«. Voskresenskoe, 2006, aus der Serie No Direction Home, 2002-2007, C-Print, 30 × 45 cm, © Andrej Krementschouk

Heimat? Osteuropa in der zeitgenössischen Fotografie

Ausstellung: 6. Juni bis 7. September 2014
Eröffnung: Donnerstag, 5. Juni 2014, 19 Uhr

„Heimat“ – ein häufig verwendeter Begriff mit vielschichtiger Bedeutung. Was meint „Heimat“? Den Ort der Herkunft oder der Kindheit, einen frei gewählten Lebensmittelpunkt, Freunde oder Verwandte, Sprache, Religion oder einen Kulturkreis? Dreizehn Fotografinnen und Fotografen aus Bulgarien, Deutschland, Rumänien, Russland und Tschechien nähern sich dem Thema unter verschiedenen Gesichtspunkten. Im Zentrum ihres Interesses stehen die Länder Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas, in denen die Frage nach Identität im Hinblick auf politische und gesellschaftliche Umwälzungen nach dem Zerfall des Ostblocks besonders virulent ist.

Das thematische Spektrum des Kunstforums Ostdeutsche Galerie umfasst das künstlerische Erbe der ehemals deutsch geprägten Gebiete in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa sowie die dort gegenwärtig entstehende Kunst. Dieser spezielle kulturpolitische Auftrag des Museums eröffnet ein breites und dynamisches Themenfeld. Die kommende Ausstellung, die ab dem 6. Juni zu sehen ist, richtet den Blick auf den vielschichtigen Begriff „Heimat“ in der zeitgenössischen Fotografie. Geografisch liegt der Fokus auf den Ländern des Baltikums, Polen, Tschechien, dem Kosovo, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Russland. Die Frage nach identitätsstiftenden Bezugspunkten ist vor dem Hintergrund eines dortigen strukturellen wie gesellschaftlichen Wandels nach dem Ende des Kalten Krieges besonders virulent. In der künstlerischen Beobachtung und Analyse dieser Prozesse spielt die Fotografie eine wichtige Rolle: als ein Medium, das gleichermaßen Vorstellungen prägt und Erinnerung konstituiert.

Präsentiert werden rund 150 Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die entweder selbst im östlichen Europa geboren wurden oder vor Ort zu korrespondierenden Sujets gearbeitet haben. Vertreten sind Jessica Backhaus, Göran Gnaudschun, Annette Hauschild, Joachim Hildebrand, Anastasia Khoroshilova, Ingar Krauss, Andrej Krementschouk, Wiebke Loeper, Frank Mädler, Vesselina Nikolaeva, Dana Popa, Žaneta Zmudová und Tomáš Pospěch.

Ein Schwerpunkt stellt Arbeiten einer jüngeren Generation vor, die sich in einer historisch ausgerichteten Perspektive mit der Erfahrung des Verlustes von Heimat durch die Grenzveränderungen in Osteuropa in Folge des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzt. Ein zweiter Schwerpunkt widmet sich der Frage, was „Heimat“ in diesen Regionen heute bedeuten kann. Hier geht es um den Aspekt der Verortung – in einem Netz familiärer oder freundschaftlicher Beziehungen, einer Landschaft oder im Rekurs auf die Kindheit. Dabei eröffnet sich ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Fortschritt sowie lokalen und globalen Entwicklungen.


Führungen durch die Ausstellung
Jeden Sonntag ab 8. Juni sowie am Pfingstmontag, 9. Juni,
jeweils 15 Uhr, 2 € + Eintritt
Private Führungen, individuell buchbar, 50 € + Eintritt

Freitag, 6. Juni, 18 Uhr
»Die Künstler sind anwesend«
Gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung
2 € + Eintritt

Donnerstag, 3. Juli, 18 Uhr
KOG-tail. Unterwegs
Fotografische Reflexionen über Heimat
Dr. Agnes Matthias
7 / 5 € inkl. Eintritt und Getränk

Donnerstag, 31. Juli, 19 Uhr
Kuratorenführung
Dr. Agnes Matthias
2 € + Eintritt

Dienstag, 24. Juni, 19 Uhr
Vortrag: Fotografie und Folklore
Visuelle Konstruktion von Heimat und nationaler Identität
Dr. Ulrich Hägele, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Institut für Medienwissenschaft
6 / 4 €

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