FOTOHOF archiv

Exhibition venues · Salzburg, Austria

Profile

Obwohl der Fotohof der zeitgenössischen Fotografie verpflichtet ist, gab es von Beginn weg auch großes Interesse an der Aufarbeitung des Lebenswerks von Fotografen und Fotokünstlern. Schon die erste Ausstellung der Galerie FOTOHOF im Jahr 1981 war eine Neuentdeckung: der Arbeiterfotograf Fritz Macho und dessen Bilder von Menschen auf Salzburger Almen. Der Fotohof erhielt von den Erben die Negative zur Aufbewahrung und Bearbeitung und es folgten die Herstellung von Vergrößerungen von den hinterlassenen Negativen, eine Ausstellung in der eigenen Galerie, eine Wanderausstellung, Editionsauflagen, ein Bildband und viele weitere Aktivitäten, die bis heute andauern und jetzt Teil der Aufgaben des Fotohof archiv werden. Nach dem gleichen Modell konnten wir mit Inge Morath, Harald P. Lechenperg, Karl-Heinrich Waggerl, Ernst Baumann, Stefan Kruckenhauser, Gerti Deutsch und einigen weiteren, teilweise auch anonymen Künstlern, arbeiten. Im FOTOHOF hat sich also schon ein Archiv von Bildern, Negativen und Dokumenten angesammelt, noch bevor die Idee zu einem Archiv geboren war. Vor allem hatte sich eine Praxis der Publikation von Büchern und der Zusammenstellung von Wanderausstellungen etabliert, die längst das Vertrauen der Fotokünstler gewonnen hat.


Die Grundidee des neu gegründeten FOTOHOF archiv besteht darin, von den vertretenen Fotokünstlern eine breit gefächerte Sammlung anzulegen. Diese sollte natürlich die Fotografien enthalten; doch es geht dabei nicht nur um die Auswahl der Spitzenwerke für eine Ausstellung, sondern auch um erste Ausdrucke, kleinere Versionen der Bilder oder einen Überblick über die gesamte Serie. Vorentwürfe oder zusätzliche Abzüge sind für das Archiv ebenso wichtig wie die sogenannte erste Wahl des Künstlers. Das Archiv sollte in der Lage sein, den künstlerischen Prozess in der Gesamtheit zu dokumentieren. Dazu gehören natürlich auch die Negative und Kontaktkopien oder die originalen digitalen Daten, die den Entstehungsprozess in der gesamten Breite abbilden. Schriftliche Entwürfe, Texte, Dokumentationsmaterialien über die Produktions- und Präsentationsgeschichte, Dokumente und Drucksachen sind weitere Sammlungsinteressen. Im idealen Fall lässt sich so nicht nur die künstlerische Arbeit zeigen und verstehen, sondern es lassen sich auch Einsichten in die Kultur der Zeit gewinnen.



Ein so breites Sammlungsinteresse benötigt auch die entsprechenden "Werkzeuge": Im FOTOHOF archiv wird die gesamte Palette von Archivierung, Produktion und Präsentation abgedeckt. Herzstück ist ein klimatisierter Raum zur Aufbewahrung der Objekte. Ebenso wichtig ist ein großer Arbeitsraum, in dem Repros und Scans von Negativen und Prints hergestellt werden können und der sich auch für Schulungen und Vorträge eignet. Es gibt eine analoge Dunkelkammer, um aus den Negativen klassische Vergrößerungen anfertigen zu können, es gibt aber auch Inkjet-Printer, die digitale Daten ausdrucken können. Auch die gesamte Palette von Werkzeugen zur Archivierung von Negativen und Drucken steht zur Verfügung. Besonderer Wert wird auf die öffentliche Zugänglichkeit gelegt. Es gibt Arbeitsplätze für Kuratoren und eine kleine Galerie, in der Präsentationen von Bildern stattfinden können. Es wird eine Datenbank aufgebaut, die einerseits alle vorhandenen Archivalien umfangreich registriert und für den Forscher zugänglich macht, die aber auch einen öffentlichen Bereich besitzt, durch den Abbildungen der Bilder im Internet allgemein verfügbar sind.